Der Altar im Rad der Jahreskreisfeste

Altäre haben verschiedene Aufgaben und dienen unterschiedlichen Zwecken: Andacht, Opferungsplatz, Zentrum im Ritual, Meditationsplatz, Arbeitsplatz für Magie, Platz der inneren Einkehr, Spiegel der inneren Entwicklung, dem Bündeln und Manifestieren von bestimmten Energien, …

Frage:
Was ist die Hauptaufgabe deines Altars?

Um Andacht, Meditation und innere Einkehr ging es das letzte Mal, heute beschäftigen wir uns mit dem Spiegel-Effekt und mit dem Anbinden an Energien.

Der Jahreskreis mit seinen Festen eines der Herzstücke des Neuheidentums. Es ist nicht nur im Hexenkult, sondern auch in vielen anderen Traditionen wie beispielsweise dem Druidentum wichtig. Aber auch das Christentum hat einen festen Ablauf durch das Jahr, in dem mit Festen ein Zyklus gefeiert werden. Die alten Bauernregeln beziehen sich auf die Tage der Heiligen, die bestimmte Ereignisse in der Natur bezeichnen. – Man denke an die Eisheiligen, nach denen erst gepflanzt wird oder den Johanni-Tag, nach dem kein Rhabarber mehr geerntet werden sollte.
Auch der heidnische Jahreskreis dient dazu Ereignisse in der Natur widerzuspiegeln. In der vorchristlichen Zeit markierten die Feste Zeiten im Jahr, in denen bestimmte Arbeiten in der Landwirtschaft anstanden – so wie die Heiligentage in den Bauernregeln.

Wenn wir also die Jahreskreisfeste feiern, tun wir das um uns an die sich wandelnden Energien der Natur anzubinden und zu ehren. Der Altar spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Zum einen ist er das Zentrum der Feier, an dem sich auch die Kraft des Rituals konzentriert, zum anderen liegen auf ihm Schmuck und Dekoration und Symbole, die die Energien widerspiegeln, binden und für uns jederzeit greifbar machen.
Ich feiere kaum vor meinem persönlichen Altar, da ich das Glück habe mit anderen in einem größeren Kreis zu feiern. Unseren größeren Altar schmücken wir gemeinsam; nach dem Ritual nimmt jede*r wieder die eigenen Dinge mit und hat so einen „Anker“ zum Ritual und den dort wirkenden Energien.

Frage:
Wie sieht dein Altar im Wechsel der Jahreskreisfeste aus?

Der Altar spiegelt das Leben wider: Zauber und ihre Reste zeigen die magische Arbeit, Bilder und Statuen zeigen welche Götter verehrt werden, Dekoration zeigt, wo wir im Jahreskreis sind.
So kann der Altar, wenn du täglich dort deiner spirituellen Praxis nachgehst, eine tägliche „Erinnerung“ an das sein, was ist.
Es gab Zeiten in meinem Leben beispielsweise als ich meine Magisterarbeit schrieb, da bin ich kaum rausgekommen. Ich habe keine langen Spaziergänge gemacht, ich war nicht in Wald, Feld und am Meer unterwegs. Ich konnte den Wechsel im Jahreskreis nicht spüren, trotzdem war ich über den Altar und die auf ihm befindlichen Symbole „angebunden“.

Übung:
Achte einmal darauf, wann du deinen Altar schmückst und umdekorierst. Nach Kalender? Nach vegetabilen Anzeichen in der Natur? Was ist zuerst da? Die Anzeichen in der Natur für einen Wechsel oder dein Umräumen, weil ein Datum bevorsteht?

Zwischen den Jahreskreisfesten liegen etwa sechs Wochen. Ich persönlich räume nach etwa drei Wochen nach einem Fest den Altar um. So habe ich noch ein wenig Zeit zum Nachsinnen über das vergangene Fest; ich kann das Ritual erinnern, noch einmal den Energien nachspüren. Dann schmücke ich um und kann mich einstimmen auf das kommende Fest.
Dabei benutze ich bestimmte Bilder oder Gegenstände jedes Jahr wieder. Sie haben für mich eine Bedeutung und je öfter ich sie verwende, desto tiefer wird ihre Bedeutsamkeit für mich, so wie die bloße Silhouette eines Weihnachtsbaums ausreicht, um das Gefühl von Weihnachten zu vermitteln. Zusätzlich zu diesen Dingen schmücke ich den Altar mit Dingen aus der Natur: zum Beispiel ein Topf mit Schneeglöckchen zu Brigid, Kastanien und Obst zu Mabon, Knochen und Versteinerungen zu Samhain.
Hinweis: Gerade im Frühling gibt es noch nicht so viel Nahrung für Insekten, schneide also bitte keine Weidenkätzchen oder andere Frühblüher für deinen Altar zu Ostara!

Frage:
Was für Dekoration verwendest du? Artifizielles oder Dinge aus der Natur? Warum?

Frage:
Verwendest du bestimmte Gegenstände jedes Jahr wieder für dasselbe Fest? Was genau bedeuten sie für dich?

So ist sogar die Dekoration und der Schmuck deines Altars magisch in dem Sinne, dass er ein Symbol für den Wechsel im Jahreskreis ist, und dir somit hilft, dich an die Energien der Natur anzubinden. Wie ich bereits sagte, nicht sauf deinem Altar ist beliebig.
Um dich an den Jahreskreis anzubinden, ist es übrigens in meinen Augen immer besser und effektiver einen Spaziergang draußen, wo du mit allen Sinnen die immanente Göttin erlebst, zu machen als eine Meditation vor dem Altar.

Übung:
Notiere dir einmal, wie viel Zeit du an oder mit deinem Altar verbringst. Und wieviel Zeit verbringst du draußen in der Natur?

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Über Nymphenkuss

Naturspiritualität im neuen Jahrtausend
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